Kapweiden
Kopfweiden (D)


Kapweiden Kapweiden

„Kapweiden" sind Weiden die durch einen regelmässigen Schnitt immer wieder bis auf den Stammansatz zurückgeschnitten werden (Höhe = 1.80-2.00m). Was für den Laien wie eine Verstümmelung aussieht, ist nicht nur eine notwendige Massnahme, um Kopfbäume zu erhalten, sondern schafft auch Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten, Käfern, Fledermäuse, Sing- und Greifvögel sowie einige Säugetiere, die in der Wiesenlandschaft zu Hause sind. Nur durch den Einfluss der Menschen sind diese Lebensräume für eine Vielzahl von Lebewesen, von denen einige auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehen, entstanden.

Bis es soweit ist, dass der Stamm innen hohl wird, vergehen etwa 20 bis 25 Jahre. Zuerst muss der Stamm eine gewisse Dicke haben, Wind, Regen und Frost beginnen ihr Werk. Pilze und die zahllosen Mikroorganismen wirken im Innern des Stammes. Dann erst ist die entstandene Höhle gross genug, dass sie einigen Vögeln Nistgelegenheiten und auch andern Tieren Unterschlupf bietet. Je mehr die Kopfweide von innen heraus abstirbt, desto mehr Leben siedelt sich in ihr an. Schneidet man die Kopfweiden jedoch im Abstand von wenigen Jahren herunter, so hat der Wind keine Angriffsfläche mehr, und der alte Baum wird zu jungem Austrieb angeregt. Obwohl das Innere der Bäume abgestorben ist, bleiben der Saftstrom der Nährstoffe und Assimilanten erhalten, so dass sie weiterleben können.

Eine Kopfweide sollte alle drei Jahre einen Pflegeschnitt erhalten. Früher wurden diese Ruten für das Flechthandwerk gebraucht, heute werden sie gehäckselt oder als "Setzstangen", um die Kopfweide als Steckling zu vermehren, gebraucht. Solche "Setzstangen" fallen aber eher bei der Pflege von älteren Kopfweiden an; sie sollten eine Länge von 2-4 Meter haben bei einem Durchmesser von vier Zentimeter.

In unserer Gemeinde haben wir etwa 200 solcher "Kapweiden", die es gilt zu pflegen und somit auch zu erhalten. Diese Anzahl von "Kapweiden" sind auf 30 verschiedene Stellen verteilt, wobei die meisten am "Ouschterhaff" und am "Scheierhaff" anzutreffen sind.


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