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Regenerativ-Empfänger (Pendler) Hochfrequenz-Empfänger: antik, aber hoch-aktuell (regenerative receiver) copyright: Claude Jacobs
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INDEX
Seite 1: Grundlagen des Pendelempfängers Seite 2: Erweiterte Schaltungen Seite 3: Digital-Transceiver Siehe auch: Schaltungstechniken in der Hochfrequenz Elektronische Oszillator-Schaltungen Anwendungsbereiche: Digital-Transceiver, Fernsteuerung, wireless mouse oder Tastatur, Walky-Talky, Radio ... |
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| Vor- und Nachteile: |
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Regenerative Empfänger sind außergewöhnlich einfache elektronische Schaltungen,
die jedoch sehr effektiv sowohl im Mittel- als auch im Hoch- und Ultrahoch-Frequenzbereich
Verwendung finden. Meist werden sie bei Amplitudenmodulation (AM) eingesetzt, sind aber
auch in der Lage, frequenzmodulierte Signale (FM) zu verarbeiten. Mit einem einzigen
Transistor kann ein komplettes Radio aufgebaut werden! Die Empfangsschaltung entpringt der frühen Röhrentechnik und wurde hauptsächlich in billigen Lang- und Mittelwellenradios eingesetzt. Der einfache Aufbau gestattete außerdem, einen brauchbaren Empfänger mit einer beliebigen einzelnen Verstärkerröhre zu realisieren. Doch die erhöhten Qualitätsansprüche der Hörer ließen diese Radios wegen ihrer hohen Rauschanteile (deren Ursache später erläutert wird) bald verschwinden. Ein anderes -aber lösbares- Problem ist, daß solche regenerativen Detektoren nicht nur Signale empfangen, sondern meist auch starke Störsignale abstrahlen. Auch die Bauteilermittlung und die ersten Einstellungen erfordern viel Geschick, damit die Schaltung nicht als Oszillator, sondern als Pendler funktioniert. |
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Prinzip: |
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Ein Oszillator, der kurz vor dem Einschwingen steht, ist ein außergewöhnlich guter
Bandpaß (extrem hohe Filtergüte). Und genau das ist die theoretische Grundlage
eines Pendlers. Doch dieser Zustand "kurz vor" besteht eben nur einmal beim Einschalten des Oszillators,
danach schwingt er eigenständig, und die Besonderheit, als nahezu idealer Bandverstärker zu arbeiten,
ist dann nicht mehr gegeben.
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Während bei einem üblichen Oszillator (Abb.1) der Arbeitspunkt des Transistors (hier mit einem Potentiometer) fest eingestellt ist, übernimmt in Abb.2 ein Sägezahngenerator (oder Sinusgenerator, um die Oberwellen gering zu halten) die Vorspannungsversorgung. Dadurch werden die Oszillator-Schwingungen immer wieder unterdrückt ("to quench = unterdrücken") und neu angefacht. Der "Einschwing-Bereich" wird so ständig durchlaufen. Eine solche Schaltung nennt man fremdgesteuerter Pendelempfänger. Sobald die HF-Schwingungen einsetzen, entsteht am Kollektor ein Spannungsabfall. Und je nach Amplitude (AM) des empfangenen HF-Signals ändern sich zusätzlich diese Kollektorschwankungen. Hier entsteht also eine Überlagerung aus Hoch-, Pendel- und Niederfrequenz. Die Drossel DR1 entkoppelt die hohen Frequenzen des Oszillators, und ein nachgeschalteter Tiefpaß (RTP und CTP) senkt den von der Pendelfrequenz erzeugten restlichen Rauschanteil, und übrig bleibt das niederfrequente Nutzsignal. Regenerative Detektoren sind derart empfindlich, daß sie bereits ohne richtige Antenne einige Sender empfangen. Die Einstrahlung in die Schwingkreisspule oder in andere Bauteile genügt oft für einen ausreichenden Empfang. In Abb. 2 ist eine Antenne sehr "lose" an den Schwingkreis angekoppelt. Nun wird auch nachvollziehbar, wieso ein Pendelempfänger meist gleichzeitig einen Stör-SENDER darstellt. Schließlich ist der hier gezeigte Pendler nichts anderes als ein übersteuerter amplitudenmodulierter Oszillator, an dem sogar eine Antenne befestigt ist. Da regenerative Empfänger den unteren Schwellbereich der Transitoren/Röhren nutzen, ist es nicht immer klar, ob es nun die erwünschte Modulations(Pendel-)frequenz ist, welche die ständigen Einschwingungen verursachen, oder ob es gar eine andere, in die Leitungen einstrahlende Frequenz irgendeines Langwellensenders ist. Sofern möglich, sollte man nicht mit "fliegenden Schaltungen" experimentieren, sondern sogleich abgeschirmte Gehäuse benutzen. Freiliegende Pendler funktionieren oft nicht mehr optimal, nachdem sie eingebaut sind. |
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Es geht noch einfacher! Der selbsterregende Pendler: |
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Betrachten wir den Vorgang des Einschwingens einer üblichen Oszillator-Schaltung etwas genauer, dann stellen wir fest, daß beim Einsetzen der Schwingungen ebenfalls der Arbeitspunkt verlagert wird: am Kollektor und an der Basis enstehen Spannungsabfälle, die sich mit steigender HF-Amplitude vergrößern. Eine oszillierende Schaltung benötigt also mehr Strom als eine nicht-oszillierende. Diesen Umstand kann man ausnutzen, um über ein Zeit-Glied (z.B. ein R-C-Glied) auch noch die die benötigte Pendelfrequenz zu erzeugen. Der Spannungsabfall (duch das Einsetzen der HF-Schwingungen bedingt) bewirkt nun selbständig das Sperren des Oszillators, was wiederum die Spannung ansteigen läßt, wodurch die Schwingungen erneut einsetzen usw. Eine solche Schaltung ist ein "selbsterregender Pendler". In Abb.3, Abb.4, Abb.5 und Abb.6 sind einige sehr einfache Röhren-Pendler abgebildet. In Abb.6 geschieht die Pendel-Rückkopplung über einen gesonderten Schwingkreis L-C, dessen Induktivität von der Sekundärwicklung eines Transformators gebildet wird. Die Anode speist die Primärseite (WICHTIG: Polung der Spulen !). Die Pendelfrequenz wird dadurch sinusförmiger und erzeugt weniger Rauschen. Diese Schaltung verwendete man häufig in früheren Fernsteueranlagen, die Röhren selbst waren meist kleinere Modelle. |
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Wie in diesen einfachen Selbstbau-Röhrenschaltungen ersichtlich, legte man häufig keinen besonderen Wert auf eine präzise Gittervorspannung, sondern nutzte den Effekt der Gitter-Selbstladung aus. Deswegen fehlen hier die üblichen Kathoden-Widerstände oder eine Schaltung zur Gittervorspannungserzeugung. Um den kritischen Arbeitspunkt einzustellen -der ja im unteren Schwellbereich der Röhre liegt- benutzte man einen Potentiometer, mit dem man die Betriebsspannung regeln konnte. Der Abgriff des niederfrequenten Nutzsignals erfolgte dadurch, dass die Eingangsdrossel durch einen hochohmigen dynamischen Lautsprecher oder einen NF-Transformator ersetzt wurde. |
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Moderne Transistor-Pendler: |
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Obwohl ein regenerativer Empfänger nur aus sehr wenigen Bauteilen besteht, ist deren Dimensionierung um so aufwendiger. Das ist auch verständlich, da ein einzelner Verstärker (Transistor) mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen muß:
1) HF-Frequenz erzeugen
Die ersten Einstellungen eines Pendlers ist daher die reinste Sisyphus-Aufgabe. Nahezu alle
Bauteile wirken gegeneinander. Schon kleinste
Veränderungen der Betriebsspannung verstellen alle Parameter. Oft wird daher eine variable
Versorgungsspannung verwendet, um damit den optimalen Arbeitspunkt einzustellen (ähnlich
wie bei den obigen Röhrenschaltungen). Auch das R-C-Glied, das für das "Pendeln" verantwortlich
ist, bestimmt nicht unbedingt allein die tatsächliche Pendelfrequenz.
Abb.7,8 und 9 zeigen einige typischen Transitor-Pendler. Genaue Berechnungen der einzelnen
Bauteile ist nicht möglich. So ist beispielsweise die Pendelfrequenz nicht vorhersehbar, da sie
einerseits vom einzustellenden Arbeitspunkt abhängt, andererseits aber auch von der
Oszillatorfrequenz, der Rückkopplung und der Belastung beeinflußt wird. |
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Pendel-Empfänger können ebenfalls frequenzmodulierte Signale (FM) verarbeiten, wenn
ihre eigene HF-Oszillatorfrequenz leicht abweichend von der Empfangsfrequenz eingestellt wird.
Die Frequenz-Änderungen des Senders bewirken dann, daß das Signal jeweils stärker oder
schwächer empfangen wird. Die so erzeugte Amplitudenmodulation entspricht jetzt der Frequenzmodulation.
Ob man die HF-Frequenz des Pendlers nun etwas höher oder etwas
tiefer einstellt, spielt dabei keine wesentliche
Rolle, und deshalb ertönen FM-Sender im Frequenzbereich immer zweimal nebeneinander. Auch in
üblichen Überlagerungsempfängern verwendet man oft eine ähnliche Demodulationsmethode.
Die Qualität im Audiobereich -ob AM oder FM- ist jedoch wegen dem recht hohen Rauschanteil der
Pendelempfänger nur sehr mäßig. Deshalb setzt man sie vorwiegend zur digitalen Übertragung
ein, wo sie außerordentlich gute Dienste leisten.
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copyright 2003: Claude Jacobs |
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Siehe auch: Schaltungstechniken in der Hochfrequenz Elektronische Oszillator-Schaltungen |
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